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EnEV 2009 - Die neuen U-Werte

Diese U-Werte sind nach EnEV 2009 als Mindeststandard für Wohngebäude vorgegeben (= Referenzgebäude):

blaue Werte = Neubau

rote Werte = Umbau und Sanierung
U-Werte nach Energieeinsparverordnung EnEV 2009 - www.soltendiek-architektur.de
Der Einzelnachweis der Wärmebrücken. Gegenüber dem pauschalen Zuschlag können mit der Berechnung sämtlicher Wärmebrücken die Transmissionswärmeverluste deutlich reduziert werden.
Ein kluges Abwägen bei der Wahl der Fenstergrößen. Je größer die Fenster, desto mehr Wärme wandert. Im Winter und den Übergangsjahreszeiten bedeutet dies größere Wärmeverluste, aber auch (gewünschte) höhere solare Gewinne.
Im Sommer bekommt man zuviel solare Gewinne, auch benötigt man größere Sonnenschutzanlagen.
Die Reduzierung von Lüftungswärmeverlusten durch ein Luftdichtheitskonzept und einen Luftdichtheitsnachweis und den Einsatz von Wärmerückgewinnung beim Einsatz von Lüftungsanlagen.
Eine energieeffiziente Anlagentechnik mit hohen Wirkungsgraden für die Beheizung und Trinkwassererwärmung, die innerhalb des beheizten Gebäudes angeordnet werden sollte.
Der Einsatz von erneuerbaren Energieträgern. Durch die Einführung des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) am 1.Januar 2009 müssen Neubauten schon jetzt einen Anteil ihres Wärmeenergiebedarfs aus erneuerbaren Energien beziehen. Meist geschieht dies durch die solare Trinkwassererwärmung. Die erhöhten Energiestandards sind jedoch ausschließlich mit Anlagen für erneuerbare Energien zu erreichen.
Es sind daher zusätzlich zu einer sehr guten, aber noch wirtschaftlich vertretbaren Dämmung weitere Aspekte in die Planung einzubeziehen:
Die ersten 10 cm Dämmung (rote Pfeile) senken den U-Wert des Bauteils erheblich. Weitere 10 cm Dämmung (blaue Pfeile) senken den U-Wert nur noch um weniger als ein Viertel.
Die Abhängigkeit des U-Wertes von der Dämmstärke
Quelle: DIB 08/2009, Autor: Dieter Eschenfelder
Die Abhängigkeit des U-Wertes von der Dämmstärke - www.soltendiek-architektur.de
Um die hohen Energiestandards von Effizienzhäusern zu erreichen, ist eine Verringerung der Wärmeverluste über Transmission, also über die Gebäudehülle und Lüftung erforderlich. Dabei hat die Erhöhung der Dämmstärken jedoch ihre Grenzen, da ab ca. 12 cm mit jedem cm mehr Dämmung die Effizienz der Dämmwirkung sinkt, wie unten stehende Abbildung zeigt.
Für den gesetzlich vorgeschriebenen Wärmeschutznachweis eines Neubaues müssen der Primärenergiebedarf QP'' und der Transmissionswärmeverlust HT' berechnet werden. Jedes Bauteil sowie die technischen Anlagen sind "Stellräder", die unterschiedlich großen Einfluß auf das Gesamtergebnis haben. Entscheidet man sich für einen Brennwertkessel mit Trinkwasser-Solaranlage, so müssen die Dämmstärken der Bauteile erhöht werden (= niedrigere U-Werte). Andererseits sind bei der Wahl einer Wärmepumpe oder einer Pellets-Zentralheizung die U-Wert-Anforderungen niedriger, so daß die Konstruktion schlanker ausgeführt werden kann. Da über die Fenster im Sommer die meiste Wärme in das Haus gelangt, sollte hierfür jedoch stets eine gute Dämmqualität gewählt werden.

Aufgrund dieser vielen "Stellräder" ist es nicht mehr möglich, für bestimmte Energiestandards wie Niedrigenergiehäuser, KfW-Effizienzhäuser 70/55 oder Passivhäuser allgemeine U-Werte zu empfehlen. Selbst die in Literatur und Werbung aufgeführten U-Werte sind nur gültig für das gewählte Beispiel. Jedes Bauvorhaben muß individuell berechnet werden.
Alle Werte bezogen auf das Referenzgebäude nach EnEV 2009 Jahres-Primärenegie-bedarf QP'' Trans-missions-wärme-verlust HT'
NEUBAU    
KfW-85 entfallen  
KfW-70 70% 85%
KfW-55 55% 70%
KfW-40  NEU 40% 55%
BESTAND    
KfW-130 entfallen  
KfW-115 115% 130%
KfW-100 100% 115%
KfW-85  NEU 85% 100%
KfW-70  NEU 70% 85%
KfW-55  NEU 55% 70%
Aktuell:
Der neue Standard für
KfW-Effizienzhäuser
ab 01.07.2010
Clarissa
Soltendiek
Dipl.-Ing. Architektin