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Baubiologie

Unser Wohlbefinden wird zunehmend von einer Vielzahl von technischer Strahlung beeinflusst, die erzeugt wird von z.B. Mobilfunk, Wlan, DECT-Telefone und Energiesparlampen, aber auch von häuslichem „Kabelsalat”. Stellen wir uns die Menschen als unterschiedlich gefüllte Wassergläser vor, so füllt jede neue Strahlenquelle das Glas ein wenig mehr. Früher oder später wird jedes Glas überlaufen - oder anders - wird jeder Mensch seine maximale persönliche Belastung erreichen. Daher ist eine frühzeitige Verringerung, besser noch die

Vermeidung von technischer Strahlung

durch den Einbau von Netzfreischaltern, abgeschirmten Kabeln oder genau auf die störende Frequenz abgestimmten Abschirmmaterialien erforderlich. Im Schlafbereich sind geringe bis keine Belastungen besonders wichtig, denn unser Körper muß sich in der Nacht von den täglichen Einwirkungen erholen können.

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Bei der

Auswahl des Grundstücks

sollten Sie die Lärm- und Schadstoffbelastung durch Autoverkehr und Industrieanlagen sowie die Bodenbeschaffenheit hinsichtlich Verunreinigungen berücksichtigen. Ferner ist auf den Standort von vorhanden und geplanten Funkmasten zu achten und eine Untersuchung auf mögliche Erdstrahlen wie z.B. Wasseradern empfehlenswert.

Grundsätzlich sollten nur

schadstoffreie Bauprodukte

, zumindest aber schadstoffarme Produkte zum Einsatz kommen. Dabei sind natürliche Baustoffe die erste Wahl, da sie meistens weniger belastend sind als Misch-Baustoffe mit ihrem hohen Anteil an künstlichen Substanzen. Ganz verzichten sollte man auf neuartige Nano-Produkte, die z. Zt. vor allem als selbstreinigende und kratzfeste Beschichtungen bzw. schmutzabweisende Textilien beworben werden. Derzeit gibt es weder nano-spezifische Gesetze noch eine Hinweispflicht wie in der Lebensmitteltechnologie oder der Gentechnik (Stand 2009).

Diffusionsfähige Außenwände und Dächer

sind Grundbestandteile einer wohngesunden Konstruktion, wobei bei mehrschichtigem Aufbau die Diffusionsdichte von innen nach außen abnehmen muß. Damit wird eine Tauwasserbildung in der Wand verhindert. Ein diffusionsfähiges Außenbauteil kann jedoch keinen Feuchtetransport aus der Raumluft leisten, dieser muß über die Fensterlüftung erfolgen. Viel wichtiger in diesem Zusammenhang ist die Wasserdampf-Sorption, also die Speicherfähigkeit der obersten Wandschichten aller Wände (Holz, Innenputz, Tapeten und Textilien). Durch einen guten Feuchtepuffer mittels offener Poren und großer Kapillaren wird überschüssige Feuchte zeitweilig von den obersten Wandschichten absorbiert und zeitversetzt wieder abgegeben.

Behagliches Raumklima

wird von mehreren Faktoren bestimmt. Zum Einen ist dies der Wärmeschutz im Winter mit geringen Wärmeverlusten über die Bauteile. Zum Anderen ist es aber vor allem auch der Wärmeschutz im Sommer gegen übermäßiges Aufheizen durch die Sonne. Deshalb sollten Baustoffe, vor allem Wärmedämmstoffe, eine relativ hohe Masse besitzen und eine Struktur aufweisen, die es erlaubt, möglichst viel Wärme möglichst lange zu speichern. Solche Eigenschaften bewirken, daß die Hitze nicht direkt in den Innenraum gelangt, sondern im Dach und in den Wänden während des Tages gespeichert und erst in der Nacht wieder abgegeben wird. Holz hat z.B. einen 2- bis 3-fach höheren Wärmekapazitätswert als mineralische Baustoffe. Wir empfinden Behaglichkeit vor allem dann, wenn wir nicht frieren und es nicht zieht. Dies stellt sich ein, wenn die Oberflächentemperaturen der Außenwände annähernd die Lufttemperatur erreichen. Dann gibt unser Körper kaum Wärme an die Umgebung ab und deshalb “zieht” es auch nicht. Durch Strahlungswärme aus einer Wand- oder Sockelleisten-Heizung wird die Oberflächentemperatur angehoben. Schon eine Raumlufttemperatur von 18-20° C wird als behaglich empfunden. Das sind im Durchschnitt 2-4° C weniger als bei einer Beheizung mit üblichen Kompaktheizkörpern und entspricht einer Heizenergie-Einsparung von ca. 10-20 %.

Ein ausreichender Luftaustausch ist ebenfalls für die Gesundheit wichtig und wird entweder über die klassische Fenster-Stoß-Lüftung, optimal als Querlüftung oder über eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung erreicht.
Das Verlangen nach frischer Luft entsteht durch eine zu hohe Anreicherung der Raumluft mit selbstproduziertem Wasserdampf und Kohlendioxid (CO2). Zu hohe CO2-Konzentrationen lösen Ermüdungserscheinungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Empfindungen wie “miefige, stickige, verbrauchte” Luft aus. Und ein Ungleichgewicht des Wasserdampfgehalts der Raumluft birgt versteckte Gesundheitsrisiken:

Bei zu trockener Luft unterhalb einer relativen Raumluftfeuchte von ca. 40 % besitzen bestimmte Bakterien und Viren, die für Bronchialerkrankungen verantwortlich sind, eine größere Überlebensdauer. Außerdem werden elektrostatische Aufladungen sowie die Austrocknung der Schleimhäute begünstigt.

Bei zu feuchter Luft mit einer dauerhaft hohen relativen Raumluftfeuchte (> 60-65 % bei 20°C) können an kalten Außenwänden durch die Kondenswasserbildung feuchte Stellen auftreten. In Verbindung mit den organischen Bestandteilen der Wandoberflächen (Tapeten, Kleister, Anstrich) entsteht dadurch der ideale Nährboden für Schimmelpilze, deren Sporen z.T. extrem giftig sind und chronische Erkrankungen der Atemwege und Allergien auslösen können.

Jeder Kubikmeter Luft kann aber nur eine begrenzte Menge Wasser als Dampf aufnehmen. Alles, was darüber hinausgeht, fällt wieder als Wasser aus, z.B. als Regen, Nebel, Kondenswasser, Eis oder Schnee. Die absoluten Wasserdampfmengen, bei denen die Sättigung der Luft erreicht wird, hängen wiederum von der Lufttemperatur ab. Warme Luft kann wesentlich mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Das entspricht unseren Erfahrungen im Alltag, denn mit Wärme kann man Nasses trocknen. Umgekehrt bedeutet dies, daß man mit kalter Winterluft Räume entfeuchten kann, denn im Winter ist die Luft draußen stets trockener als in beheizten Wohnräumen.

Gesundes Licht ist Tageslicht.

Wenn wir aber in dunklen Raumzonen oder im Winter Kunstlicht benötigen, sind die Glühlampe und die Halogenglühlampe als “künstliche” Tageslichtquelle dem Tageslichtspektrum am nächsten. Die Kompaktleuchtstofflampe oder “Energiesparlampe” hingegen hat ein inhomogenes und naturfremdes Farbspektrum, das zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. Darüberhinaus strahlt sie starke niederfrequente und hochfrequente elektromagnetische Felder ab. Ein Mindestabstand von ein bis eineinhalb Meter von Kopf und Körper sollte eingehalten werden.

Folgendes empfehle ich dabei zu beachten:

Ziel der Baubiologie ist es, durch die ganzheitliche Betrachtung des Bauens das gesunde Wohnen und Arbeiten zu ermöglichen. Die vermehrte Aufnahme von gesundheitsschädlichen Substanzen aus Luft und Nahrung und eine immer weitgreifendere Strahlenbelastung ist schon heute eine Herausforderung für unsere Gesundheit. Mit einer gezielten baubiologischen Planung können Sie (wieder) harmonisch und gesund wohnen und arbeiten.

Bildquelle: Wikimedia
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Behaglichkeitsdiagramm
Relative Luftfeuchte
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Ungefähre Lüftungsdauer je Fensterstellung
Quelle: IBN
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Clarissa
Soltendiek
Dipl.-Ing. Architektin